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„Mit MTM-HWD beginnt eine neue Ära der Arbeitsgestaltung“

Als einen „historischen Moment für das Industrial Engineering“ bezeichnete Knuth Jasker, ehemaliger Geschäftsführer der Deutschen MTM-Gesellschaft mbH und Mitentwickler des neuen Prozessbausteinsystems MTM-HWD®, die offizielle Übergabe der Ergebnisse des Entwicklungsprojektes Human Work Design (HWD®) an die MTM ASSOCIATION e. V.

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Konsortialpartner übergeben Ergebnisse des Entwicklungsprojekts HWD® an die MTM ASSOCIATION e. V.

Als einen „historischen Moment für das Industrial Engineering“ bezeichnete Knuth Jasker, ehemaliger Geschäftsführer der Deutschen MTM-Gesellschaft mbH und Mitentwickler des neuen Prozessbausteinsystems MTM-HWD®, die offizielle Übergabe der Ergebnisse des Entwicklungsprojektes Human Work Design (HWD®) an die MTM ASSOCIATION e. V. Der Projektlenkungskreis hätte den Rahmen nicht besser wählen können: Das Prozessbausteinsystem, das erstmals methodische und ergonomische Arbeitsgestaltung in nur einem Schritt vereint, war eines der Top-Themen des MTM SUMMIT 2021. Referenten der Konsortialpartner, aber auch Wissenschaftspartner und Anwender aus dem IT-Bereich machten den Nutzen von MTM-HWD® bei der Planung der Arbeitssysteme der Zukunft deutlich.

Martin Haselhuhn, Leiter Konzern Industrial Engineering des Volkswagen Konzerns und Mitglied des Vorstandes der MTM ASSOCIATION e. V., stand stellvertretend für alle Konsortialpartner, für die autorisierten Anwender und die vielen Unterstützer in neun Jahren Projektlaufzeit auf der Bühne im Gastwerk Hamburg. Er ging noch einmal auf die Meilensteine des Projektes und den Stand der Dinge bei Volkswagen als initiierendes Unternehmen ein. Bis zu einem konzernweiten Rollout von MTM-HWD®, bis zur Integration des Bausteinsystems in künftige Fahrzeugprojekte sei es noch ein weiter Weg. Aber dass MTM-HWD® ein wesentlicher Baustein für rein digital geplante Arbeitsabläufe sein wird, stehe außer Frage, so Haselhuhn. „Die würde ohne MTM-HWD auch gar nicht funktionieren.“

Im Bild (v. l.): Jörg Härtel, Projektleiter, Oskar Heer, Daimler AG, Martin Haselhuhn, Volkswagen AG, Knuth Jasker, Deutsche MTM-Gesellschaft mbH, Prof. Dr. Peter Kuhlang, MTM ASSOCIATION e. V., Jürgen Schneider, AUDI AG, Dr. Thomas Finsterbusch, MTM ASSOCIATION e. V., und Matthias Wartig, Miele Cie. & KG


„Meilenstein zur (teil-)autonomen Prozessplanung“
Auch Dr. Johannes Sternatz, Leiter Konzern Industrial Engineering Methode und Ergonomie bei Volkswagen, hatte in seinem vorausgegangenen Vortrag die Bedeutung von MTM-HWD® als Schlüsselmethode für die digitale Beschreibung menschlicher Arbeit betont. MTM-HWD® sei ein wichtiger Meilenstein zur (teil-)autonomen Prozessplanung, so z. B. bei der simultanen Zeit- und Ergonomiebewertung oder bei der Arbeitsplatzsimulation mit automatisierter HWD-Prozessbeschreibung in ema, dem digitalen Menschmodell der imk automotive GmbH.

Verlässliche Aussagen zu zeitlicher und ergonomischer Belastung
In den 2020er Jahren werde sich die Art und Weise der Arbeitsgestaltung bei Volkswagen stark verändern, so Dr. Sternatz. Planungs- und Optimierungsworkshops würden nicht mehr vor Ort an dem realen Prototypen stattfinden, sondern durch die Visualisierung des Produktes in 3D- bzw. VR-Umgebung. Augmented und Virtual Reality seien wichtig, um künftig alle am Planungsprozess Beteiligten in einem virtuellen Raum zusammenzubringen und dort die Arbeitsplätze zu gestalten, so Dr. Sternatz. Für alle Änderungen in den Arbeitssystemen brauche es aber belastbare Methoden, die verlässliche Aussagen zulassen, wie groß die zeitliche und die ergonomische Belastung eines Mitarbeiters ist – „das kann nur MTM-HWD leisten!“ Mit MTM-HWD® beginne bei VW eine neue Ära der Arbeitsgestaltung, sagte Dr. Sternatz.

Nutzen erklären und Vertrauen schaffen
Für Martin Haselhuhn, Leiter Konzern IE, ist mit dieser neuen Ära die Notwendigkeit verbunden, den Nutzen von MTM-HWD® immer wieder zu erklären und bei Mitarbeitern und Sozialpartnern das notwendige Vertrauen zu schaffen, „dass MTM-HWD die Zukunft der digitalen Arbeitsgestaltung ist“. Das sei eine große kommunikative Aufgabe, betonte Haselhuhn, intern im Unternehmen wie auch extern in der MTM-Community – allen voran die MTM ASSOCIATION e. V., die neben der MTM-HWD®-Ausbildung bis zur „Blauen Karte“ nun auch allen interessierten Instruktoren weltweit die Lehrlizenz für das Prozessbausteinsystem MTM-HWD® erteilen kann.

MTM ASSOCIATION e. V. steht für industrielle Anwendung weltweit
Prof. Dr. Peter Kuhlang, CEO der MTM ASSOCIATION e. V. und Gastgeber des MTM SUMMIT 2021, griff den Gedanken „Vertrauen“ auf. „Unser Job ist es jetzt, mit der Struktur, die wir haben, mit der Seriosität, mit der wir MTM-Bausteinsysteme entwickeln und pflegen, und mit der Verlässlichkeit der dahinterstehenden Normleistung dieses Vertrauen aufzubauen“, stellte Kuhlang fest. Eine zweite Herausforderung sieht er in der Umsetzung in der digitalen Welt. Auch hierfür habe die MTM ASSOCIATION e. V. die notwendigen Strukturen geschaffen. „Wir werden da Verantwortung übernehmen – nicht nur für uns, sondern für die industrielle Anwendung von MTM-HWD weltweit.“

Großes Interesse an Online-Session zu MTM-HWD®
„MTM-HWD® ist das Ergebnis von nahezu 100 direkt beteiligten Personen, 9 Jahren Entwicklungsarbeit, 4 Arbeitsgruppen mit mehr als 150 Tagen Sitzung, dokumentiert auf mehr als 1000 Seiten Arbeitsgruppen-Protokoll, 52 Lenkungskreissitzungen, 375 richtungsweisenden Lenkungskreisentscheidungen und ca. 500 Seiten Lenkungskreis-Protokoll“ – dieser besondere Einblick in das Entwicklungsprojekt Human Work Design ist Projektleiter Jörg Härtel zu verdanken, der die Fäden immer fest in der Hand hielt. Er vergaß in seinen Dankesworten auch nicht eine Person zu erwähnen, die großen Anteil an der Entwicklungsarbeit hatte: Dr. Thomas Finsterbusch, Leiter MTM-Akademie.

Ganz der Praktiker machte Finsterbusch den an HWD® Interessierten zum MTM SUMMIT 2021 übrigens ein ganz besonderes Angebot: die Online-Session „Get in touch with HWD® developers“. Insgesamt nutzten 40 Teilnehmer die Gelegenheit, sich aus erster Hand über das neue Prozessbausteinsystem zu informieren, das mit einer einzigen Analyse gleich vier Ergebnisse bringt: Ablaufbeschreibung, Zeit, Ergonomie und die Produktivitätskennzahl eHpU (engineered Hours per Unit).

Sie sind an der Anwendung von MTM-HWD® interessiert und wollen mehr erfahren?
Ihr Ansprechpartner bei der MTM ASSOCIATION e. V.:
Dr. Thomas Finsterbusch
E-Mail: thomas.finsterbusch@mtm.org

Ausbildungstermine zu MTM-HWD® (Webinare und Präsenzkurse) finden Sie auf training.mtm.org

Die Präsentationen des MTM SUMMIT 2021 sind archiviert in IRAS.